| Zsolnay, Wien, Neuauflage 1997. 223 Seiten. ISBN
3-552-04870-7. Preis, Lieferzeit und Bestellmodalitäten bei Klick auf das nebenstehende
Logo. Im September 1939 rückt der österreichische Reserveoffizier Wallmoden zu einer
Übung ein und findet sich plötzlich im Polenfeldzug zu Beginn des Zweiten Weltkriegs
wieder. Aus der halbseidenen Wiener Gesellschaft und einer beginnenden Liebesromanze
herausgerissen, erlebt Wallmoden den rücksichtslosen Vormarsch in einem ausgebluteten
Land.
Widerstandslos sieht Wallmoden den Ereignissen zu, verfolgt von bedrückenden Visionen
des Untergangs, verfolgt aber auch von der faszinierenden Gestalt einer rätselhaften
Frau, die vielleicht eine Schwindlerin ist, vielleicht aber auch zum österreichischen
Widerstand gehört.
Der Roman entstand im Winter 1939/1940, also unmittelbar nach den von Lernet-Holenia
selbst miterlebten Ereignissen. Mars im Widder gibt diesem grauenhaften Krieg etwas
Gespenstisch-Irreales, das trotz der wirklichkeitsnahen Schilderungen der Panzerarmeen und
der Luftkämpfe den Ton des Romans bestimmt. Noch vor Auslieferung wurde er von Goebbels
verboten. Zu wenig entsprach das Buch jenem Leitbild vom deutschen Soldaten, das man im
"Dritten Reich" propagierte, zu unverhüllt erschien der Feldzug als deutscher
Angriff. Und zu unheilvoll war ein Zeitgemälde, das schon 1940, allem offiziellen
Optimismus zum Trotz, den drohenden Untergang spüren ließ. |
 
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