Alexander Lernet-Holenia

Menü

Die Standarte

Roman

Die Standarte - gebundene Ausgabe
Die Standarte

Gebundene Ausgabe: Zsolnay, Wien. 324 Seiten. ISBN 3-552-04808-1.
Taschenbuch: Ullstein. 414 Seiten. ISBN 3-5482-4420-3.

Treue bis in den Tod haben die Soldaten ihrem Kaiser geschworen, bevor sie in den Ersten Weltkrieg zogen. Der junge Fähnrich Herbert Menis träumt davon, eines Tages selbst die ruhmvolle Standarte seines Regiments tragen zu dürfen, und er sieht mit Grauen die Monarchie immer schneller auf ihren Untergang zutaumeln. Doch im Glauben an die eigene Kaisertreue bemerkt er nicht, wie auch er selbst schon teilhat am Verfall der traditionellen Werte: Nacht für Nacht verläßt er sein Regiment, um die junge Hofdame Resa Lang zu treffen, für deren Liebe er die soldatische Disziplin mißachtet.

Alexander Lernet-Holenias berühmter Roman aus dem Jahre 1934 verwebt diese romantische Liebesgeschichte und die dramatischen Kriegsereignisse zu einem grandiosen Panorama vom Untergang der alten Welt in der ersten furchtbaren Katastrophe des neuen Jahrhunderts. Der Traum des Fähnrichs erfüllt sich im Augenblick des Endes. Er ergreift die blutige Standarte, rettet sie nach Wien und verbrennt das Symbol einer großen Vergangenheit, da er erkennt, daß es das Reich und den Kaiser, dem er seinen Eid geleistet hat, nicht mehr gibt. Nur Resas Liebe gibt ihm noch Halt in den Trümmern einer Welt, die ihm unzerstörbar erschienen war.

Gebundene
 Ausgabe jetzt bestellen
Die Standarte - Taschenbuch
Die Standarte

Rainer Gruenter schreibt in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zu diesem Werk (Auszug):

"Ist dergleichen noch zu lesen? Ist das nicht fatale Duselei eines knäbischen Feldzeichenkultes, den die geschichtlichen Vorgänge, das Massaker des Regiments Maria Isabella durch das Schwesterregiment Royal Allemand auf den Pontonbrücken vor Belgrad, blutig kompromittierten? Und haben wir nicht mit unserer moralischen Unbefangenheit auch die Bereitschaft, ja die Fähigkeit verloren, nach den Exzessen des Fahnenmißbrauchs jede Art von Fahnenfaszination auch nur historische würdigen zu können?
Der Fähnrich Menis übernimmt die Standarte von seinem gefallenen Vorgänger, dem Fähnrich Graf Heister, als das meuternde Regiment, zusammengeschossen, aufgehört hat zu existieren. Die Standarte hat nur noch ihn, den Fähnrich. Sie wird in dem Augenblick seine Braut, an die ihn sein Fahneneid wie ein Ehegelübde bindet, in dem die im Handstreich gewonnene Resa Lang ihm in der evakuierten Festung Belgrad anbietet, seine Geliebte zu werden. Der Eid, jenseits des Grabes geschworen, hat die Absurdität großer erotischer Passionen, der Passion Rodrigos etwa in Claudels 'Seidenem Schuh'. Doch die Fahnen-Erotik neutralisiert alle irdischen Leidenschaften. Die Liebe zu Resa erlischt nicht, aber sie wird fühllos. Dieser Vorgang vollzieht sich ohne jedes Pathos, ohne jede sentimentale Rhetorik, die auch nur in einer Wendung an hitlerbübische Fahnenlieder erinnern würden."

Taschenbuch Ausgabe jetzt bestellen